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Mittwoch, 5. Oktober 2011

Sandbewohner Nr. 4 - Die Dünen-Springspinne!

Motiv: Dünen-Springspinne (Ylenus arenarius), Männchen, vom 31. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F7,1 | 1/125


Die Dünen-Springspinne (Yllenus arenarius) war mein Truppenübungsplatz-Highlight. Ich hatte sehr gehofft, sie fotografieren zu können und es hat auch geklappt. Das Finden dieser sandfarbenen ca. 5-6mm großen Spinne ist nicht so einfach und sie hat von mir den Namen "Springender Sand" bekommen: Man findet sie letztlich nur, wenn man langsam läuft und darauf achtet, wann der Sand wegspringt. Und dann muss man suchen. Das Suchen kann gleich hier schonmal geübt werden, mit der Schwierigkeit, dass nichts wegspringt und der Garantie, dass hier eine zu finden ist:

Motiv: Dünen-Springspinne (Ylenus arenarius) in Tarnung, vom 31. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F11 | 1/100

Für alle, die sie nicht gefunden haben eine kleine Hilfe: Sie sitzt links unten neben dem dunklen Fleck. Bei voller Bildgröße etwa 3-4cm vom unteren und 6-7cm vom linken Bildrand entfernt.

Diese kleine hat mir besonders gut gefallen. Im Sucher habe ich eigentlich nur "4 Augen im Sand" gesehen, denn nur die Augen haben sich deutlich abgehoben.

Motiv: Dünen-Springspinne (Ylenus arenarius), vom 31. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F5 | 1/200

Adulte Männchen sind durch ihre dunkle Zebra-Streifen-Färbung etwas besser auszumachen.
Motiv: Dünen-Springspinne (Ylenus arenarius), Männchen, vom 31. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F9 | 1/200
Motiv: Dünen-Springspinne (Ylenus arenarius), Männchen, vom 31. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F6,3 | 1/400

Zum Abschluss der Sandbewonher-Serie nochmals einen Einblick in die Größenverhältnisse von Bewohner zu Lebensraum, zu Sand und Gras, das wie Wald wirkt.

Motiv: Dünen-Springspinne (Ylenus arenarius), Männchen, vom 31. August 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F5  | 1/250

Ähnlich dem Sandohrwum lebt die Dünen-Springspinne nur auf Dünen und ist in Deutschland vom Aussterben bedroht!

Literatur: Bellmann, Heiko: Kosmos Atlas Spinnentiere, Stuttgart 2006.

Freitag, 16. September 2011

"Ist das eine Ameise?"

Motiv: Ameisenspringspinne (Myrmarachne formicaria), Männchen, vom 16. September 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,0 | 1/50


"Ist das eine Ameise?" lautete die Frage, als dieses etwa 5mm große Tier in der Küche die Wand hinauf kletterte. 
Die Antwort: Nein! 
(Seit wann haben Ameisen denn einen Spinnfaden?)
Es sieht zwar auf den ersten Blick wie eine aus, aber es handelt sich um die Ameisenspringspinne Myrmarachne formicaria, zu erkennen an:

- sehr klein, zwischen Vorder- und Hinterkörper nur ein schmaler "Stiel", ähnlich Ameisen
- Der Vorderkörper fällt in der Mitte, hinter den letzten Augen, ab und ist dann nur noch etwa halb so dick. Die vordere Hälfte ist schwarz / dunkel, die hintere braun gefärbt.
- Die Männchen haben extrem vergrößerte Cheliceren (als Schauapparate für den Kampf mit Rivalen und die Balz)
- Sie sind oft nur auf 3 Beinpaaren unterwegs und das vordere Beinpaar wird ähnlich Fühlern angehoben
- Der Hinterleib hat eine weiße Haarbinde. 

Interessanter Weise überwintern Ameisenspringspinnen (oft zu mehreren) in leeren Schneckenhäusern!

Motiv: Ameisenspringspinne (Myrmarachne formicaria), Männchen, vom 16. September 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,0 | 1/250


Die Ameisenspringspinnen haben nichts mit den Ameisenjägern zu tun: Dies sind Spinnen, die gezielt Ameisen erbeuten.



Literatur: Bellmann, Heiko: Kosmos Atlas Spinnentiere Europas, Stuttgart 2006.

Donnerstag, 4. August 2011

Das Leben in einer Hortensie

Motiv: Feldwespe (Polistes spec.) vom 2. August 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | 3,5 | 1/250


Die Blütenstände der Hortensie sind nicht nur im Winter schöne Motive. Wenn unsere Hortensie blüht, dann ist sie voller Leben. 
Alle möglichen Wirbellose finden sich dort: Bienen, Hummeln, Wespen, Wanzen, Fliegen, Schwebfliegen, Heuschrecken, Käfer, Schmetterlinge, Spinnen, Ameisen und mehr. Die Pflanze ist leider schon am Abblühen und ich habe erst jetzt Zeit für sie gefunden, aber ein paar der beobachteten Besucher konnte ich fotografieren:


Motiv: Feldwespe (Polistes spec.) vom 2. August 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | 3,5 | 1/250


Sehr schön fand ich diese recht große, völlig friedliche und bei Bewegungen sehr scheue Wespe. Sie gehört wohl zur Gattung Polistes, es ist eine Feldwespe.

Motiv: Feldwespe (Polistes spec.) vom 2. August 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | 3,5 | 1/125


Auch recht scheu und nur wenig zu Besuch ist diese Wespe, die wohl zu den Lehmwespen gehört. Lehmwespen bauen kleine Tönnchen aus Lehm oder Sand, in denen die Eier abgelegt werden. Manchmal findet man sie an Pflanzen oder auch im Rolladenkasten.

Motiv: Lehmwespe vom 2. August 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | 3,5 | 1/250


Und dann wuseln noch viele kleine schwarze Bienchen und Wespchen auf den Büten, die der großen Feldespe meist respektvoll Platz machen.

Motiv: Wespe vom 2. August 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | 3,5 | 1/200

Doch ihr Aufenthaltsort war nicht ganz ungefährlich - wer genau hinsieht, weiß warum. Zwischen den nahrhaften Blüten der Hortensie sitzen auch einige "falsche", sehr gefährliche "Blüten": Es sind kleine Krabbenspinnen. Während der Fotografie habe ich 5 gesehen, vermutlich sind es insgesamt 20 oder mehr. Als sich die vergleichsweise riesige Feldwespe näherte, zog das Spinnchen sich aber doch schnell unter eine echte Blüte zurück...

Motiv: veränderliche Krabbenspinne (Misumena vatia) vom 2. August 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | 3,5 | 1/160

Samstag, 9. Juli 2011

Krabben...spinnen

Motiv: Veränderliche Krabbenspinne  (Misumena vatia) vom  3. Juli 2011, gelbe Färbung, Weibchen, auf Kreuzkraut (Senecio)
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/400

Zwar habe ich noch einiges an Orchideen, doch möchte ich die Orchideen-Serie zunächst einmal unterbrechen. 


Jeden Sommer beobachte ich die Veränderliche Krabbenspinne in wunderschönem gelb auf dem Kreuzkraut. Krabbenspinnen bilden keine Netze aus, sondern jagen ihre Beute "aktiv": Dabei lauern sie mit ausgebreiteten Armen an Blättern oder Blüten und packen das zum Bestäuben anfliegende Insekt. Den Namen "Krabbenspinne" haben sie wohl aufgrund der beiden Vorderbeinpaare, die länger und kräftiger ausgebildet sind, wodurch die Spinne nicht unähnlich einer Krabbe erscheint. 

Motiv: Veränderliche Krabbenspinne  (Misumena vatia) vom 24. April 2011, weiße Färbung, Weibchen
Aufnahmedaten: Canon40D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/100

Die veränderliche Krabbenspinne (Misumen vatia) hat ihren Namen aufgrund ihrer Fähigkeit, die Farbe ihres Untergrunds anzunehmen: Spinnen auf gelben Blüten sind gelb, auf weißen Blüten weiß. Auch leicht bläuliche Exemplare können vorkommen und oft tragen sie (zwei rote) Streifen auf dem Rücken. Manchmal erscheint die Tarnfarbe nicht passend, aber die Jagd ist dennoch erfolgreich, denn Insekten sehen die Farben anders als Menschen. 


Motiv: Veränderliche Krabbenspinne  (Misumena vatia) vom  5. August 2008, weiße Färbung mit roten Streifen, Weibchen, mit Fliege
Aufnahmedaten: Canon40D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/50


Das Weibchen wird einen knappen Zentimeter groß und fängt beachtliche Beute: Honigbienen sind Standard, aber auch Schmetterling sind möglich. Das Männchen bleibt wesentlich kleiner. Nach meinen Beobachtungen sind Krabbenspinnen sehr standorttreu und können mehrere Tage auf der gleichen Pflanze bzw. Blüte beobachtet werden. Am einfachsten findet man eine Krabbenspinne dann, wenn man eine Biene unbeweglich unter einer Blüte hängen sieht...

Motiv: Veränderliche Krabbenspinne  (Misumena vatia) vom 1. Juli 2011, gelbe Färbung, Weibchen, auf Kreuzkraut (Senecio), mit Honigbiene; typischerweise beim Fressen unter der Blüte
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/250


Es gibt noch viele weitere Gattungen und Arten. In warmen Gebieten findet sich Thomisus ornustus, bei der ebenfalls die Färbung variieren kann. Diese gelbe Variante sitzt auf einem Sonnenröschen, Helianthemum

Motiv:Thomisus ornusts vom 11. Juni 2010 auf Sonnenröschen.
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm


Etwas südlicher habe ich diese Heriaeus-Art gefunden, die unglaublich gut getarnt auf dem Stein sitzt und den Falter zur Beute hatte.

Motiv: Heriaeus spec. von 2007 mit Falter
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | Südfrankreich
 

Samstag, 7. Mai 2011

Totholz lebt!

Motiv: Buschwindröschen (Anemone nemorosa) vom 5. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F16 | 1/10


Einen Nachmittag habe ich mit der Beobachtung eines kleinen Bereichs unter unseren Buchen verbracht: Halbschatten, viel trockenes Laub und das Totholz eines großen, im Winter abgebrochenen Asts.

Es ist ja bekannt, wie wichtig Totholz für viele Tiere ist. Und dennoch ist es immer wieder faszinierend, die kleinsten Krabbler auf engem und so lebesnfeindlich erscheinenden Raum zu entdecken:

Neben langen Ameisenstraßen finden sich dort viele Wolfsspinnen, die man jedoch kaum fotografieren kann, weil sie sich blitzschnell verstecken.

Motiv: Wolfsspinne (Pardosa spec.) vom 18. April 2008
Aufnahmedaten: Lumix FZ50 | F4 | 1/2000
 

Motiv: Wolfsspinne (Pardosa spec.) vom April 2009
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm |


Während ich die Ameisen beobachtete, sah ich immer wieder etwas metallisches neben mir aufblitzen. Es kostete viel Geduld, bis immerhin ein Foto von dem ca 3mm großen Käfer gelang. Es handelt sich um einen Laufkäfer der Gattung Notiophilus

Motiv: Laufläfer (Notiophilus spec.) vom 5. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/80


Ein weiterer kleiner Käfer fiel mir auf: Es handelt sich wohl um einen Verwandten des Borkenkäfers, aber viel, viel kleiner. 

Motiv: Borkenkäfer vom 5. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4,0 | 1/50


Motiv: Borkenkäfer vom 5. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/100


Vorletztes Jahr hatte ich in der Nähe eine kleine (4-5mm) hübsche Springspinne gefunden: Heliophanus cupreus, die durch die gelben Pedipalpen auffällt. 

Motiv: Heliophanus cupreus vom 2. April 2009
Aufnahmedaten: Canon40D | Tamron 90mm |


Diese war am Nachmittag nicht zu sehen, dafür aber eine andere ebenso kleine Springspinne, Ballus chalybeius

Motiv: Ballus chalybeius vom 5. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/30

Sonntag, 24. Oktober 2010

Lichtnetz

Motiv:Spinnennetz im Abendlicht vom 22. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Minolta 135mm mit Adapter MC/EOS | ZR 20mm |  F3,5 | 1/125 | -2

Freitag, 8. Oktober 2010

Morgentau

Motiv: Betropftes Spinnennetz vom 8. Oktober 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4 | 1/320


Er verzaubert die Wiesen in ein glitzerndes Meer mit vielen - erst jetzt richtig auffallenden - Spinnennetzen.
Schnell bekommt man beim Fotografieren nasse Hosen,

Motiv: Betropftes Spinnennetz vom 8. Oktober 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/125


...während die Tröpfchen mit der Zeit immer kleiner werden. 
 
 
Motiv: Betropftes Spinnennetz vom 8. Oktober 2010  
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/500


Schwer ist es bei den Tropfenbildern, eine gut wirkende Schärfe zu bekommen - oft genug stellt sich die Frage: Den Tropfen an sich oder die enthaltene Spiegelung scharf stellen? 

Motiv: Betropftes Spinnennetz vom 8. Oktober 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/160

Taucht man richtig in diese kleine Welt ein, kann man sogar den Eifelturm sehen...

Motiv: Betropftes Spinnennetz vom 8. Oktober 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4 | 1/250

Sonntag, 3. Oktober 2010

Ausflug in den Hochschwarzwald

Motiv: See im Hochschwarzwald vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 17-35mm @ 21mm | HDR aus 2 Aufnahmen | F1


Am Sonntag machten wir einen Tagesausflug in den Schwarzwald.
Unter anderem wanderten wir zu einem kleinen See, an dem wir uns ein paar Stunden aufhielten.

Gleich vor Ort wurden wir von einer Grünen Huschspinne (Micrommata virescens) begrüßt, die bestens getarnt im Schachtelhalm saß. 

Motiv: Weibchen der Grünen Huschspinne (Micrommata virescens) vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,2 | 1/500


In den See mündet ein kleiner Waldbach, der zugleich in seiner Umgebung für ein Quellmoor sorgt. Darin waren viele (seltene) Pflanzen und Tiere zu finden: 
Die alpine Gebirgsschrecke Miramella alpina subalpina (die bei jedem Fotoversuch davon hüpfte); 
eine kleine Eidechse;
viele kleine Kröten und Frösche, die wohl gerade aus dem See kamen;
Binsen;
Wollgras;
unterschiedliche Moose, darunter auch verschieden farbige Torfmoose,
Farne,
....
Motiv: Blick ins Quellmoor vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 17-35mm @ 28mm | F11 | 1/80


Eine sehr schöne Pflanzen konnten wir in voller Blüte finden: Das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris).Wie der Name schon andeutet, bevorzugt es sumpfige Standorte. Die Grundblätter sind herzförmig, der Stengel nicht beblättert. 

Motiv: Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,2 | 1/500


Das Sumpf-Herzblatt hat eine sehr interessante Blütenökologie:
Zum Einen ist es vormännlich, d.h. die Staubbeutel entwickeln sich, bevor die Narben sich öffnen. Dabei reift jeden Tag eines der insgesamt 5 Staubblätter heran, öffnet sich und wird dann abgeworfen. Die Staubbeutel öffnen sich nach oben, so dass die Insekten meist am Baum den Pollen aufnehmen. 
Erst wenn alle Staubbeutel abgeworfen wurden, öffnen sich die Narben und können bestäubt werden (bei der hier fotografierten Blüte der Fall). 
Zum Anderen handelt es sich bei Parnassia um eine Täuschblume: Sie täuscht Insekten viel Nektar vor, den sie aber gar nicht bietet. Die im Bild gut zu sehenden "Tröpfchen" auf den Nektarblättern wirken wie süße, klebrige Nektartröpfchen - sind in Wirklichkeit aber fest und bieten gar keinen Nektar. Zudem vertrömt die Blüte in den ersten Tagen einen intensiven Nektargeruch, der weitere Bestäuber (meist Fliegen) anlockt. 
Die dunklere Aderung der Blütenblätter führt die Insekten in die Mitte, wo sie die Narben bestäuben können. Weitere Bestäuber lockt die Pflanze mit einer im Vergleich zur Umgebung ca. um 2-3°C wärmeren Temerpatur im Zentrum bei den Griffeln an.


 Mitten im Moos versteckt, schon im Rückzug zur Winterruhe...


Motiv: Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) in Torfmoos (Sphganum) und Besenheide vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,2 | 1/200

... fanden wir ein ganz besonderes Highlight.....

Motiv: Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,0 | 1/125

 ...Drosera rotundifolia, der Rundblättrige Sonnentau!
D. rotundifolia ist die häufigste der drei einheimischen Sonnentau-Arten. Auf der Blattoberfläche sitzen verführerische, glitzernde Tautropfen, die jedes Insekt zu einer Landung einladen.
Die Kostprobe des "Taus" endet tödlich - Sonnentau ist eine fleichschfressende Pflanze. Mit jedem Befreiungsversuch verklebt sich das Insekt mehr und mehr in den Tropfen, bis es schließlich an Erschöpfung stirbt. Über die Tautropfen werden Verdauungssekrete abgesondert, welche das Insekt auflösen und der Pflanze die Nährstoffe verfügbar machen.
Mit Hilfe dieser "Zusatznahrung" ist es dem Sonnentau und dem auch dort gefundenen Fettkraut möglich, an nährstoffarmen Orten gut zu überleben.

Motiv: Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/250

Fotografisch gesehen, ist der rundblättrige Sonnentau sehr undankbar. Die kleinen Blättchen (etwa 5mm im Durchmesser) liegen bestenfalls flach auf dem Boden auf - meist aber sidn die Pflanzen völlig im Torfmoos versteckt und es schaut nur hier und da ein Blättchen heraus. Und nicht alles, was rot im Torfmoos leuchtet, ist auch Sonnentau! Als Verwechslungsmöglichkeit auf den ersten Blick dient vor allem das rote Sphagnum (Torfmoos), aber auch Preiselbeeren und kleine rote Blättchen.



Motiv: Weide im Hochschwarzwald vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 17-35mm @ 27mm | Polfilter | F11 | 1/40


Am Spätnachmittag wanderten wir wieder zurück, um am Abend noch eine kleine Runde rund um das Dörfchen zu drehen.

Motiv: Blick ins Tal vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 17-35mm @ 35mm | HDR aus 2 Aufnahmen | F11


Begleitet wurden unsere Wege immer von einer kleinen Pflanze, die ich auch nur aus höheren Lagen kenne: dem Augentrost (Euphrasia).

Motiv: Augentrost (Euohrasia spec.) vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/500


Auch der Augentrost hat - wie die beiden bereits vorgestellten Pflanzen - eine besondere Eigenschaft: Es handelt sich um einen Halbschmarotzer. Mit Senkerwurzeln dringt er in die Wurzeln seines Wirtes ein und holt sich von ihm Wasser und Nährsalze. Ein Halbschmarotzer ist er deshalb, da er selbst grüne Blätter hat und somit zur Photosynthese fähig ist und eigene Zucker herstellen. Vollschmarotzer sind im Gegensatz dazu ohne Chlorophyll und beziehen ihre komplette Lebensgrundlagen von ihrem Wirt.
In der Signaturenlehre ging man davon aus, dass Pflanzen anzeigen, welche heilende Wirkungen sie haben. Da in der Blüte Ähnlichkeiten zu einem Auge gesehen wurden, wurde Augentrost (wie der Name auch sagt) gegen Augenleiden eingesetzt. Forschungen haben mittlerweile ergeben, dass Augentrost tatsächlich wirksam ist - so wird Euphrasia beispielsweise in der Homöopathie gegen Augenentzündungen und Heuschnupfen eingesetzt.


Neben der schönen Landschaft und Pflanzen im Hochschwarzwald habe ich auch den ältesten und knorzigsten Holunder in einem Bauerngarten gesehen, den ich kenne:

Motiv: Holunder vom 20. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Canon 50mm | F1,8 | 1/250



Mittwoch, 8. September 2010

schon etwas herbstlich

Motiv: Herbstpinne (Metellina segmentata) im Heidekraut (Calluna vulgaris) vom  27. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/125


Obwohl die Fotos noch Ende August entstanden, habe ich schon sehr herbstliche Eindrücke. 
Im Wald die Herbstspinne in Heidekraut / Besenheide hängen zu sehen, ist für mich immer ein kleiner Herbstbote und ein herbstliches Motiv. 

Mal hängen sie mitten im Netz.....
Motiv: Herbstpinne (Metellina segmentata) im Heidekraut (Calluna vulgaris) vom  27. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,2 | 1/125


....mal geht ihnen etwas ins Netz......
(wobei die Biene sich befreien konnte und die Spinne nach Inspektion ihrer Beute auch kein Interesse an ihr zeigte - durch den Stachel zu gefährlich?)
Motiv: Herbstpinne (Metellina segmentata) im Heidekraut (Calluna vulgaris) vom  27. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 |1/200 


...und mal sitzen sie mitten im hübschen Heidekraut am Signalfaden.
Motiv: Herbstpinne (Metellina segmentata) im Heidekraut (Calluna vulgaris) vom  27. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,2 | 1/160

Samstag, 28. August 2010

Fast vergessen.....

....auf dem Dachboden liegen sie seit Jahren....

Motiv: Farn vom 24. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Minolta 35-105mm mit Adapter MD/EOS | F3,5 | 1/400


...analoge Minolta-Objektive und Spiegelreflex-Kameras, welche seit dem Eintreten des "digitalen Zeitalters" nicht mehr benötigt wurden und fast vergessen sind.
Doch zumindest die Objektive wurden wiederentdeckt und mittels einem passenden Adapter (MD/EOS) "wiederbelebt".
 
 Motiv: Hexenkraut vom 20. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Minolta 35-105mm mit Adapter MD/EOS | F3,5 | 1/500 | -1 1/3


Vielleicht können sie aufgrund ihres Alters Einblicke in "alte Welten" geben? In den Märchenfarnwald, in die geheimnisvolle Welt des Heidekrauts und das verwunschene Hexenkraut in neuem Licht zeigen?

 Motiv: Farn vom 24. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Minolta 35-105mm mit Adapter MD/EOS | F3,5 | 1/250


Ich begann zu experimentieren - weisen sie doch teilweise noch so genannte Linsenfehler auf, die im Gegenlicht zu Effekten führen, welche mit neuen Linsen so kaum mehr möglich sind.....
Motiv: Test des Verhaltens im Gegenlicht vom 20. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Minolta 35-105mm mit Adapter MD/EOS | F3,5 | 1/640


Vieles ist anders, das scharf stellen muss noch geübt werden. Ein neues Gefühl ist das Schiebezoom. Die Blende wird noch am Objektiv selbst eingestellt. Der eine Adapter wirkt wie ein Zwischenring, der andere ermöglicht durch ein weiteres Glas die Fokussierung auf unendlich.
Motiv: Zebraspinne (Agriope breunnichi) vom 20. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Minolta 35-105mm mit Adapter MD/EOS | F3,5 | 1/200


...weitere "Experimente" folgen mit Sicherheit und auch hier können nur geringe Änderungen der Perspektive für einen völlig anderen Bildeindruck sorgen....
 Motiv: Heidekraut (Calluna vulgaris) vom 26. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Minolta 35-105mm mit Adapter MD/EOS | F3,5 | 1/30 
 
Motiv: Heidekraut (Calluna vulgaris) vom 26. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Minolta 35-105mm mit Adapter MD/EOS | F3,5 | 1/80 | -2/3