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Dienstag, 6. September 2011

Calopteryx splendens - die Gebänderte Prachtlibelle

ein Artenportrait


Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen mit Beute, vom  11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 180mm | F3,5 | 1/800


Bei sommerlich warmen Temperaturen ist es sehr angenehm erfrischend, inmitten eines Gewässers fotografieren zu können.
Ist der Hahnenfuß verblüht, sucht man sich neue Motive.....Libellen liegen nahe. 

Merkmale:
An (kleinen) Bächen sind Prachtlibellen zu finden, die mit einer Spannweite von 6-7cm und einer Körperlänge von 5cm Deutschlands größten Kleinlibellen darstellen. Ein weiteres Unterschiedungsmerkmal zu anderen Kleinlibellen sind die gefärbten Flügel. Prachtlibellen fliegen etwa ab Mai bis in den August hinein.
In Deutschland gibt es in erster Linie die gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens) und die blauflügelige Prachtlibelle (C. virgo). Bei beiden Arten haben die Männchen auffallend blaumetallische Körper.
C. virgo unterscheidet sich unter anderem dadurch, dass die Flügel des Männchens vollständig dunkelblau sind, während sie es bei C. splendens nur teilweise sind. Außerdem sind die letzten Hinterleibssegmente bei den C. virgo-Männchen rot und bei den C. splendens weiß gefärbt.
Die Weibchen der blauflügeligen Prachtlibelle sind kurpfer-/bronzefarben gefärbt, während die der gebänderten eher grünlich gefärbt sind.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Weibchen bei der Eiablage vom  11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 180mm | F5 | 1/320

In dieser Serie sieht man, wie das Männchen sich putzt, indem es den Hinterleib an den Flügeln scheuert. Dieses Verhalten kann man immer wieder bei Kleinlibellen beobachten.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen, beim Putzen vom  27. Juli 2010


Revierkämpfe, Paarungsverhalten und Eiablage:
Nach meinen Beobachtungen gibt es am Wasser wesentlich mehr Männchen als Weibchen. Taucht mal eines auf, dann fliegen mehrere Männchen hinterher.
Ist kein Weibchen in Sicht, liefern sich die Männchen ununterbrochen Revierkämpfe. Dabei behält wohl im Allgemeinen ein Männchen einen Tag lang das von ihm besetzte Revier.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen bei Revierkämpfen, vom  4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4,5 | 1/250



Unter anderem kämpfen sie auch um den "schönsten", den höchsten und optimalsten Ansitz zur Überwachung des Reviers.
Prachtlibellen leben an sauberen Fließgewässern.  Während C. splendens auch an größeren, langsam fließenden Gewässern (z.B. Gräben) anzutreffen ist, findet man C. virgo praktisch nur an kleinen und schnell fließenden Gewässern.
Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen, vom  11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 180mm | F3,5 | 1/640
 

Die Weibchen sind meist mit der Eiablage beschäftigt.
Vor der Paarung gibt es einen Balzflug des Männchens. Dabei zeigt es seine weiße Abdomenspitze. Zeigt das Weibchen keine abwehrenden Reaktionen, kommt es zur Paarung. Während der Zeit der Paarung kann ein anderes Männchen zumindest kurzzeitig das Revier neu besetzen. 
Ist die Paarung vollendet, legt das Weibchen die Eier an einem vom Männchen gezeigten Platz ab. Im Unterschied zu vielen anderen Kleinlibellen legt das Weibchen die Eier alleine ab (oft bleibt das Paar noch während der Eiablage verbunden). Im Allgemeinen bewacht aber das Männchen im Flug das Weibchen bei der Eiablage. 
Die Eier werden in Pflanzen an der Wasseoberfläche gestochen, teilweise taucht das Weibchen bei der Eiablage auch aufgrund der Strömung und Wasserbewegung unter. Sie müssen dann ausreichend Kraft haben, um auch mit nassen Flügeln wieder starten zu können.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Weibchen bei der Eiablage, vom  11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 180mm | F4,5 | 1/320



Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen bewacht das Weibchen bei der Eiablage, vom  11. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,5 | 1/1000


Dennoch gelingt es "dreisten" Männchen immer wieder, sich mit den schon ablegenden Weibchen neu zu verpaaren. Vorher werden noch schnell die Spermien des Vorgängermännchens ausgeräumt - man möchte ja seine eigenen Gene weitergeben!
Nach meinen Beobachtungen zeigten sich die Weibchen waren meist wenig kooperativ, mitten in der Eiablage gestört zu werden, hatten aber auch keine Wahl. 
Der Prozess dauert nur wenige Minuten (wenn überhaupt), dann fliegt das "neue" Paarungsrad davon - damit nicht ein weiteres Männchen stört.


Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen verpaar sich neu mit einem Weibchen während der Eiablage, vom  4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,5 | 1/400


Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), das "neue" Paarungsrad bildet sich, vom  4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,5 | 1/1250
 

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), das "neue" Paarungsrad fliegt davon, im Vordergrund patroullierendes Männchen, vom  4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,5 | 1/1250
 

Sowohl C. virgo als auch C. splendens stehen unter Schutz. Allerdings ist die blauflügelige Prachtlibelle wesentlich seltener (durch Verschmutzung der Gewässer) und steht daher bereits auf der RL3.

Motiv: Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens), Männchen im Anflug auf Wasserhahnenfuß, vom  4. Juli 2010
Aufnahmedaten: Canon 400D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4,5 | 1/800


Literatur:
Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos-Insektenführer, Stuttgart 1999, S. 42. 
Sternberg, Buchwald (Hrsgb): Die Libellen Baden-Württembergs, Band 1, Stuttgart 1999, S, 187ff.  
Weitere Informationen über Libellen auch in der Artengalerie und auf Libellenwissen

Montag, 4. Juli 2011

Die Orchidee des Jahres

Platanthera bifolia - Zweiblättrige Waldhyazinthe

Motiv: Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) vom 21. Mai 2011, Einzelblüte. Gut sichtbar die parallel ausgerichteten Staubbeutelfächer.
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F7,1 | 1/13


Die Zweiblättrige Waldhyazinthe wurde von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen zur Orchidee des Jahres 2011 gewählt. Sie wird bis zu 50cm hoch, der Blütenstand hat einige kleine Blättchen und zwei grundständige länglich-ovale Blätter. 

Motiv: Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) vom 23. Mai 2009
Aufnahmedaten: Canon40D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/400


Ein Blütenstand trägt bis zu 50 weiße, locker stehende, stark duftende Blüten. Die Grundfarbe der Blüten ist weiß, die Lippe kann leicht grünlich gefärbt sein. Auffallend ist der dünne nach hinten abstehende Sporn mit 3-4cm Länge.
Die Waldhyazinthe blüht ab Mitte Mai in lichten Wäldern und Magerwiesen auf leicht saurem Boden. Sie ist auch im Tiefland zu finden.
Gründe für ihren Rückgang ist die zunehmende Verbuschung, Düngung und Aufforstung.

Motiv: Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) vom 23. Mai 2009, Blütenstand
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm |


In der Gattung gibt es noch eine zweite Art (P. chlorantha), von der sich P. bifolia vor allem durch die parallel ausgerichteten Staubbuetelfächer unterscheidet (Die Staubbeutelfächer von P. chlorantha gehen nach unten hin auseinander).

Motiv: Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) vom 21. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F5 | 1/25


Orchidee des Jahres 2011 beim Arbeitskreis Heimische Orchideen.


Freitag, 3. Juni 2011

Helme!

Ein Artenportrait: Helmknabenkraut / Orchis militaris

Motiv: Helmknabenkraut (Orchis militaris), Einzelblüte, vom 6. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F5 | 1/5


Das Helmknabenkraut (Orchis militaris) konnte ich dieses Jahr ausgiebig fotografieren. 
Es handelt sich um eine stattliche und durch Größe und Farbe auffallende Orchidee, die bis zu 50cm hoch werden kann. Der Blütenstand trägt bis zu 60 dicht gedrängte Blüten und ist vergleichsweise gedrungen und breit ausladend.

Motiv: Helmknabenkraut (Orchis militaris) vom 25. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F3,2 | 1/100


Blütenaufbau: Ein Teil der Kelch- und Kronblätter sind zum namensgebenden "Helm" verwachsen. Innen ist er lila geadert, außen weiß. Die Lippe ist dreiteilig und am Rand rosa gefärbt, zum Inneren führen einige Punkte. 

Motiv: Helmknabenkraut (Orchis militaris), Blütenstand, vom 5. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F3,2 | 1/100


Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Affenknabenkraut (Orchis simia), doch bei diesem sind die einzelnen Teil der Lippe wesentlich schlanker und auch der Mittellappen verbreitert sich nicht nach vorne sondern ist deutlich eingeschnitten. Hybriden sind möglich.

Motiv: Helmknabenkraut (Orchis militaris) vom 6. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 139mm | F3,2 | 1/80


Das Helmknabenkraut blüht im Mai und Juni - dieses Jahr aufgrund der Wärme und Trockenheit (v.a. im April) ist alles ein wenig früher.

Wie viele Orchideen hat auch das Helmknabenkraut eine gewisse Variabilität. So habe ich einen Fast-Albino gefunden....

Motiv: Helmknabenkraut (Orchis militaris), "Fast-Albino" vom 7. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 70mm | F5 | 1/125


....und zwei Pflanzen mit "Milka-Farben", breiteren Tupfen und fehlendem rosa Lippenrand.

Motiv: Helmknabenkraut (Orchis militaris), Farbvariante, vom 18. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F6,3 | 1/50


Motiv: Helmknabenkraut (Orchis militaris), Farbvariante, vom18. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4 | 1/25


Orchis militaris wächst auf kalkreichen Magerrasen und Halbtrockenrasen. Sie kommt relativ häufig vor, im Norden ist sie seltener und steht wie alle Orchideen unter Naturschutz.


Literatur: Horst Kretzschmar: Die Orchideen Deutschlands und angrenzender Länder finden und bestimmen. Wiebelsheim 2008. 
Helmut Presser: Orchideen. Hamburg 2002. 

Freitag, 20. Mai 2011

Libellula fulva - Der Spitzenfleck

Ein Artenportrait

Motiv: Spitzenfleck (Libellula fulva), Männchen, vom 6. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4,5 | 1/250


Der Spitzenfleck (Libellula fulva) gehört zu einer von mehreren für mich dieses Jahr neu kennengelernten Libellen. Er ist eine Großlibelle und aus der Familie der Segellibellen / Libellulidae, in die auch der Plattbauch, der Vierfleck, Heidelibellen und Blaupfeile gezählt werden. 

Motiv: Spitzenfleck (Libellula fulva), Männchen mit leicht angerauchten Flügelspitzen vom 6. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F7,1 | 1/125


Seinen Namen hat er aufgrund der dunkel gefärbten Flügelspitzen, die man aber vor allem bei den Weibchen sieht. Männchen haben sie nicht zwingend. 
Die Männchen sind hellblau gefärbt, das Abdomen ist bereift. Die Bereifung kann durch den Griff des Weibchens bei der Paarung abgegriffen sein.
Die Weibchen sind leuchten orange gefärbt und haben deutlich dunkle Flügelspitzen.

Motiv: Spitzenfleck (Libellula fulva), Weibchen vom 4. Juni 2011 mit dunklen Flügelspitzen
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4,0 | 1/800

Motiv: Spitzenfleck (Libellula fulva), Weibchen vom 8. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4,5 | 1/400

Während die Männchen dauerhaft am Gewässer patroullieren und sich regelmäßig auf günstigen, das heißt sonnigen, freistehenden und leicht erhöhten Ansitzen niederlassen (um von dort aus das Revier im Blick zu behalten, es gegen andere Männchen zu verteidigen und einen Startpunkt für die Jagd zu haben), sind die Weibchen nur zur Paarung am Gewässer und auch dann etwas "fotografenscheu".

Motiv: Spitzenfleck (Libellula fulva) Männchen vom 6. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 175mm | F6,3 | 1/160


L. fulva schlüpft im Mai und fliegt bis Juli und lebt an sauberen, vegetationsreichen, meist stehenden Gewässern.
Der Spitzenfleck steht sowohll auf der Roten Liste der Bundesrepublik als auch auf der Baden-Württembergs auf der RL2 und ist damit stark gefährdet.


Motiv: Spitzenfleck (Libellula fulva) Männchen vom 13. Mai 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 70-200mm @ 200mm | F4 | 1/640

Donnerstag, 7. April 2011

Der Ölkäfer - Meloe violaceus

Ein Artenportrait

Motiv: Ölkäfer (Meloe violaceus), Männchen vom 7. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F5,6 | 1/30


Überraschend krabbelte heute Mittag mit beachtlichem Tempo ein Ölkäfer (oder auch Maiwurm, Gattung Meloe) über unseren Hof. Bevor er in der Wiese des Obstgartens verschwand, konnte ich noch einige Fotos von ihm machen. Die meisten waren unscharf, weil er dauernd aus der Schärfe lief.... Hier hatte ich noch nie Ölkäfer gesehen, umso erfreulicher der Fund heute Mittag.
Ergänzung 8.4.: Beim gestrigen Ausflug in den Auwald fand ich noch einige weitere und konnte auch eine Paarung beobachten. So kamen nun noch einige Bilder hinzu.
Ölkäfer findet man vor allem in offenem Gelände und in Wiesen, bevorzugt auf Sand. Er ist ab April aktiv.

Motiv: Ölkäfer (Meloe  violaceus), Männchen. In der Sonne deutlich blau-metallisch glänzend, vom 7. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/1000

Der Käfer hat mit ca 3,5cm Länge eine beachtliche Größe und ist auch ansonsten sehr auffällig. Mir gefallen immer wieder die "Korkenzieher"-Fühler sehr gut. Der Körper ist schwarz-blau gefärbt und glänzt leicht metallisch (s. Bild oben, wirkt vor allem in der Sonne). Das dicke Abdomen liegt frei, bei den meisten Käfern wird es von den Flügeln bedeckt. Diese sind hier nur sehr kurz bzw. rückgebildet und der Käfer kann nicht fliegen. Dafür umso besser krabbeln. 

Motiv: Ölkäfer (Meloe spec.) vom 11. April 2010
Aufnahmedaten: Canon40D | Tamron 90mm |


Der Ölkäfer hat seinen Namen von einer giftigen, unangenehm riechenden Substanz, die er bei Störung/Bedrohung aus seinen "Kniegelenken" abgeben kann. 
Ernährung und Vermehrung: Während der adulte Käfer Pflanzen frisst, parasitieren die Larven an Solitärbienen. Dazu krabbeln sie eine Blütenpflanze hoch, warten dort auf eine solche Biene und lassen sich von dieser in das Nest tragen. Dort lebt die Larve zunächst von den Blütenteilen, die als Nahrung für die Bienenlarve gedacht war und schließlich von der Larve der Biene selbst - die Honigbiene ist davon nicht betroffen! Möglicherweise eingeschleppte Larven sterben aufgrund des geringen Nahrungsangebots. Da diese Art der Vermehrung viele Risiken beinhaltet, legt das Weibchen 1000e Eier an unterschiedlichen Stellen ab.

Motiv: Ölkäfer (Meloe violaceus) Paarung vom 7. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F9 | 1/10

Die einzelnen der 13 in Mitteleuropa heimischen Arten sind schwer zu unterscheiden, Meloe proscarabaeus ist der häufigste. Alle Arten der Gattung sind geschützt.



Motiv: Ölkäfer (Meloe  violaceus), Männchen vom 6. April 2011
Aufnahmedaten: Canon50D | Tamron 90mm | F9 | 1/60

Mittwoch, 16. März 2011

Märzbecher - Leucojum vernum

Ein Artenportrait

Motiv:Blick in die Märzbecherblüte vom 12. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Canon KIT 17-85mm Retro | F5,6 | 1/30 | ISO400


Pünktlich zum März sind die Märzbecher / Märzenbecher / Frühlingsknotenblumen / Leucojum vernum aufgeblüht - nicht nur in den Gärten sondern auch auf Wiesen mit Waldrand im Schwarzwald. 


Motiv:Märzbecher vom 12. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/400




Der Lebensraum der Märzbecher neben Auwäldern auch nährstoffreiche Wiesen. An dem von mir besuchten Standort war die Bevorzugung sehr feuchter Gebiete auffällig: Überall, wo kleine Bächlein flossen, waren deutlich mehr Pflanzen versammelt. 


Motiv: Märzbecher am Bachrand vom 12. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 70-200mm @ 123mm | F13 | 1/8 



Wie viele Frühblüher hat der Märzbecher eine Zwiebel, die etwa 20cm unter der Erde liegt. Die Pflanze zieht sich im Sommer schon wieder unter die Erde zurück. 

Motiv: Märzbecher vom 12. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | analog | Offenblende | 1/500



Die Blütezeit ist etwa von Februar bis April. Die Pflanzen erscheinen etwas mächtiger als das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Im Unterschied zum Schneeglöckchen sind beim Märzbecher die sechs Perigonblätter ("Blütenblätter") sind alle gleich lang. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der grüne Tupfen an der Spitze jedes Blütenblatts. 

Motiv: Märzbecherdetail: Blütenblätter vom 12. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm + Zwischenring | F5 | 1/30 


Bestäuber sind erste Bienen und Schmetterlinge, wobei beim Schließen der Blüten auch Selbstbestäubung möglich ist.

Motiv: Märzbecher vom 5. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/250 


Im allgemeinen trägt jede Knolle bzw. jeder Blütenstiel nur eine Blüte - manchmal sind es aber auch zwei:

Motiv: Märzbecher vom 5. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/1000


Und manchmal stehen die Blüten auch nach oben, statt zu hängen:
Motiv: Märzbecher vom 5. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/640


Die Pflanzen sind giftig und geschützt

Motiv: Märzbecher vom 12. März 2011
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/200


Literatur: Düll, Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Wiebelsheim 2005.

Sonntag, 23. Januar 2011

Lestes viridis - die Gemeine Weidenjungfer

Ein Artenportrait

Motiv: Gemeine Weidenjungfer (Lestes viridis), Männchen, vom 12. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4 | 1/60

Allgemeines: 
Teichjungfern (Lestidae) tauchen im Vergleich zu anderen Libellen erst vergleichsweise spät an den Gewässern auf. So fliegt die Gemeine Weidenjungfer (Lestes viridis) erst ab Juli - dafür aber bis in den Oktober. In Deutschland leben 7 Teichjungfernarten. Charaktierstisch für die ganze Familie sind metallisch oder kupferfarbige Partien des Körpers. 

Merkmale:
Die Gemeine Weidenjungfer hat eine Spannweite von etwa 5-5,5cm und ist etwa 4,5cm lang. Damit ist sie die Größte der Lestidae. Diese Art hat keinerlei Bereifung und die dunklen Körperteile sind kupferfarben/metallisch.

kupferfarbene Zeichnung des Thorax'

Eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Arten ist das einfarbig hellbraune Flügelmal.

 Einfarbig braunes Flügelmal

Die Hinterleibsenden des Männchens sind zangenförmig und kann damit bei der Paarung das Weibchen am Hinterkopf packen. Die unteren ("inneren") Hinterleibsanhänge sind im Unterschied zu anderen Lestidae kurz, spitz und gerade.

Hinterleibsanhänge des Männchen


Lebensweise:
Die Gemeine Weidenjungfer ist sehr häufig und auch an künstlich angelegten Gewässern anzutreffen. 
Im Unterschied zu den meisten anderen Libellen legt diese Art ihre Eier nicht an Wasserpflanzen ab, sondern an Ästen, die über die Wasseroberfläche ragen (bevorzugt Weiden). Die Libellen bohren ihre Eier unter die Rinde, die Äste scheinen davon keinen Schaden zu nehmen. Dort überwintern die Eier und im Frühjahr lassen sich die Larven ins Wasser fallen. Hierbei handelt es sich zunächst nur um eine sogenannte Prolarve, die weder Beine noch Mundwerkzeuge hat. Die Prolarve häutet sich an der Wasseroberfläche ein erstes Mal, um dann als Larve mit Beinen usw. ins Wasser abzutauchen. 
Bereits einige Monate später schlüpft die Libelle.

Motiv: Tandem der Gemeinen Weidenjungfer (Lestes viridis) vom 21. August2008
Aufnahmedaten: Canon 40D | Tamron 180mm | F5,6 | 1/250

Diese Art ist zwar in Deutschland nicht gefährdet, aber wie alle anderen Libellen nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt.


Motiv: Gemeine Weidenjungfer (Lestes viridis), Männchen, vom 12. September 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4 | 1/80



Literatur:
Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos-Insektenführer, Stuttgart 1999, S. 44
Sternberg, Buchwald (Hrsgb): Die Libellen Baden-Württembergs, Band 1, Stuttgart 1999, S, 379ff.  .

Dienstag, 21. September 2010

Utricularia australis - Wasserschlauch

Ein Artenportrait

Motiv: Blüte vom Wasserschlauch (Utricularia australis) vom 13. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,5 | 1/320


Beim Wasserschlauch handelt es sich um eine fleischfressende Pflanze. Die Gattung Utricularia ist mit über 200 Arten die artenreichsten Gattungen fleischfressender Pflanzen. Einige aquatische Arten kommen auch in Deutschland vor. 
Dadurch, dass sie nur bedingt auf das vorhandene Nährstoffangebot angewiesen sind, können fleischfressende Pflanzen Extremstandorte besiedeln. An nährstoffreichen Standorten werden sie oft verdrängt. U. australis scheint mir ein relativ breites Toleranzspektrum bzgl. der Wasserqualität zu haben.

Motiv: Blüte vom Wasserschlauch (Utricularia australis) vom 13. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F3,2 | 1/800 | +1


Die fotografierten Pflanzen habe ich in einem kleinen Baggersee gefunden - wie auch schon beim Wasserhahnenfuß musste ich für die Bilder mit der Ausrüstung ins Wasser. Meist sieht man nicht viel vom Wasserschlauch, lediglich im Sommer ragen die etwa 1-2cm großen schönen gelben Blüten etwa 10cm aus dem Wasser empor. 

 Motiv: Blüte vom Wasserschlauch (Utricularia australis) vom 10. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F4,5 | 1/60 


Die restliche Pflanze schwimmt ohne Bodenverankerung frei im Wasser (was das Fotografieren deutlich erschwert - jede Bewegung kann zu einem Wegtreiben der Pflanze führen). Auch sonst lässt sich die Pflanze nur schwer in Spross und Blätter einteilen. Sie ist stark verzweigt und trägt viele kleine Fangblasen, dazu unten mehr.
Es gibt auch terrestrische Utricularia-Arten, die ihr Netzwerk mit den Fallen unterirdisch haben und oberirdisch neben den Blüten auch Blätter haben. 
Zur Überwinterung werden Knospen gebildet, die auf den Boden absinken. 

Motiv: Fangblasevom Wasserschlauch (Utricularia australis)
Aufnahmedaten: Canon 40D | Stack aus 36 Aufnahmen
Bild von Robert Severitt - Danke!

Der Fangvorgang
Der Wasserschlauch hat nur wenige Milimeter große Saugfallen, in denen ein Unterdruck herrscht. Kleine Tiere berühren die Haare, wodurch die Falle aufgeht. Durch den Unterdruck wird das Wasser vor der Falle mit dem Tier eingesaugt, die Falle schließt wieder. Der Öffnungs- und Schließvorgang dauert weniger als 2 Milisekunden und gehört damit zu den schnellsten Bewegungen im Pflanzenreich. 

Motiv: Blüte vom Wasserschlauch (Utricularia australis) vom 13. August 2010
Aufnahmedaten: Canon 50D | Tamron 90mm | F2,8 | 1/1600